Konferenz: Verwobene Normativitäten – Gestalten durch Normen, Normativität gestalten
Konferenz
5. und 6. November 2026
Vorhoelzer Forum, Arcisstr. 21, 80333 München
Organisiert vom Constitutional Design Lab (Technische Universität München) in Kooperation mit dem Center for Responsible AI Technologies.
Über die Konferenz
Das Verhältnis von Normativität und Technik gehört zu den drängendsten Fragen unserer Zeit. Einerseits stehen normative Ordnungen – rechtliche, ethische, soziale wie technische – vor der Aufgabe, die digitale Transformation der Gesellschaft einzuhegen und mitzugestalten. Andererseits werden diese Normativitäten selbst zum Gegenstand des technischen Wandels: Ihre Entstehung, Vermittlung und Durchsetzung verändern sich grundlegend. In besonderer Weise gilt dies für das Recht, dessen Erzeugung, Anwendung und Durchsetzung im Zuge der Digitalisierung tiefgreifenden Verschiebungen unterliegen. Die Wechselbeziehung normativer Ordnungen und ihrer technischen Medien ist nicht neu; doch führt die Verdichtung der gegenwärtigen Umbrüche zu einer Zuspitzung, die eine vertiefte wissenschaftliche Auseinandersetzung erfordert.
An zwei Tagen bringt die Konferenz Experten aus dem Rechtswesen und angrenzenden Disziplinen zusammen, um drei Leitfragen zu erörtern:
- Inwiefern ist der technische Wandel einer normativen – und insbesondere rechtlichen – Steuerung zugänglich?
- Inwiefern müssen sich normative Ordnungen, allen voran das Recht, selbst verändern, um den Herausforderungen der Digitalisierung gerecht zu werden?
- Welche Potenziale und Risiken birgt die technische Transformation von Normativität und Recht?
Programm
Tag 1 (5. November, auf Deutsch) konzentriert sich auf die verfassungsrechtlichen und landesrechtlichen Grundlagen der Technologie-Governance und deren Einbettung in umfassendere normative Ordnungen, von grundlegenden Konzepten am Vormittag bis hin zu konkreten Entscheidungen am Nachmittag.
Tag 2 (6. November, auf Englisch) widmet sich der europäischen, internationalen und interdisziplinären Dimension, vom Datenschutz und der Regulierung künstlicher Intelligenz bis hin zu Fragen der digitalen Norm- und Rechtsetzung, wobei eine Brücke zwischen Theorie und Praxis geschlagen wird.
Agenda
Tag 1
- Keynote: Prof. Dr. Christoph Möllers (HU Berlin / Wissenschaftskolleg zu Berlin), „Möglichkeitsermöglichung durch Technik“
- Keynote: Prof. Dr. Armin Nassehi (LMU München), „Digitale und normative Muster“
- Kommentar und Erwiderung zu Keynote 1 und 2 mit Prof. Dr. Marion Albers (Universität Hamburg), Prof. Dr. Lena Ulbricht (Universität Hildesheim), Prof. Dr. Armin Nassehi und Prof. Dr. Christoph Möllers; Moderation: Prof. Dr. Michael Reder (Hochschule für Philosophie München)
- Keynote: Prof. Dr. Andreas Paulus (Universität Göttingen, Richter des Bundesverfassungsgerichts a. D.), „Netzwerkregulierung und Grundrechte zwischen Europa, den USA und dem Silicon Valley“
- Keynote: Prof. Dr. Kerstin Schlögl-Flierl (Universität Augsburg, Deutscher Ethikrat), „Wer entscheidet? Autorschaft und Verantwortung zwischen Mensch und System“
- Podiumsdiskussion mit Prof. Dr. Markus Kneer (Universität Graz), Prof. Thomas Streinz (Europäisches Hochschulinstitut) und Prof. Dr. Ursula Münch (Akademie für Politische Bildung Tutzing / Universität der Bundeswehr München); Moderation: Prof. Dr. Jörg Niewöhner (Technische Universität München)
Tag 2
- Keynote: Prof. Dr. Marie-Claire Foblets (Max Planck Institute for Social Anthropology), “Entangled Normativities: A Reality Viewed Through the Prism of Legal Anthropology. A Presentation Illustrated by Recent Ethnographic Studies”
- Keynote: Prof. Dr. Miloš Vec (University of Vienna), “Technology, Law, History: Understanding Normative Plurality”
- Panel discussion with Prof. Dr. Andreas Sudmann (University of Bonn), Prof. Dr. Thomas Wischmeyer (HU Berlin), Prof. Dr. Stefania Centrone (Technical University of Munich) and Prof. Dr. Sahana Udupa (LMU Munich); chair: Prof. Dr. Julia Inthorn (Munich School of Philosophy)
- Keynote: Marit Hansen (State Data Protection Commissioner of Schleswig-Holstein), “Data (Protection) Law by Design: Why It Can(not) Work”
- Keynote: Žilvinas Bubnys (European Commission), “European Legal Data Space”
- Panel discussion with Dr. Andreas Unteidig (HSLU), Prof. Dr. Anna Keune (Technical University of Munich) and Dr. Joaquín Santuber (Johannes Kepler University Linz); chair: Prof. Dr. Bianca Herlo (HSLU)
- Closing keynote: Dr. Francis Hunger (Academy of Fine Arts Munich), “Minimum Viable Configuration”
Ort und Datum
5. und 6. November 2026
Vorhoelzer Forum, Arcisstr. 21, 80333 München
Call for Posters: für Promovierende
Im Rahmen der Konferenz laden wir PostDocs und Doktoranden ein, ihre Forschungsarbeiten in einer Postersession vorzustellen und sich direkt mit unseren Referenten und Gästen auszutauschen. Es stehen 20 Plätze zur Verfügung.
Die Einreichungsfrist endet am 02. Oktober 2026.
Fragen? Gerne an lst@sot.tum.de